{"id":1874,"date":"2009-05-17T13:12:14","date_gmt":"2009-05-17T12:12:14","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=1874"},"modified":"2009-05-17T20:25:27","modified_gmt":"2009-05-17T19:25:27","slug":"der-atomuhren-transport-von-hafele-keating-1972-soll-eine-zeitverzogerung-bewiesen-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/der-atomuhren-transport-von-hafele-keating-1972-soll-eine-zeitverzogerung-bewiesen-haben\/","title":{"rendered":"Der Atomuhren-Transport von Hafele \/ Keating 1972 soll eine Zeitverz\u00f6gerung bewiesen haben"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nachstehend bringe ich einen Auszug aus <strong><a title=\"Kapitel 2\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/kap2.pdf\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Kapitel 2<\/span><\/a><\/strong> (Fehler-Katalog), Seiten 72 bis 73 der Dokumentation von <strong><a title=\"G. O. Mueller\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=597\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">G. O. Mueller<\/span><\/a><\/strong> unter dem Kurztitel: \u201eD: Zeit \/ Fehler Nr. 7:\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Der Atomuhren-Transport von Hafele \/ Keating 1972 soll eine Zeitverz\u00f6gerung bewiesen haben <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der Transport von 2 Paaren von Atomuhren um die Erdkugel in D\u00fcsenflugzeugen, in Ost-West- und in West-Ost-Richtung, insgesamt f\u00fcnf Tage lang, hat nach dem Bericht von <strong>Hafele und Keating<\/strong> 1972 folgende Ergebnisse gebracht (kritische Zusammenfassung nach <strong>Louis Essen<\/strong> 1978): die Autoren haben nicht alle Daten mitgeteilt, haben statt Einzeldaten nur Durchschnittswerte f\u00fcr eine Durchschnittsuhr angegeben und nur eine nichtdefinierte Auswahl der Daten verwendet; es wurden jeweils Paare von Uhren transportiert, um Gangunterschiede zu erkennen: diese betrugen bis zu ca. 300 Nanosekunden zwischen den einzelnen Uhren eines Paares (also auf demselben Flug!); die von <strong>Hafele \/ Keating<\/strong> mitgeteilten Rohdaten f\u00fcr eine Durchschnittsuhr betrugen einen Zeitverlust von 132 Nanosekunden auf der West-Ost-Reise und einen Zeitgewinn von 134 Nanosekunden auf der Ost-West-Reise. Nach Korrekturberechnungen von <strong>Hafele \/ Keating<\/strong> soll die Durchschnittsuhr 59 Nanosekunden auf dem Flug nach Osten verloren und 273 Nanosekunden auf dem Flug nach Westen gewonnen haben und sich damit in enger \u00dcbereinstimmung mit den vorhergesagten Werten befinden.\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><!--more-->L. Essen<\/strong> beurteilt das Ergebnis als nicht aussagekr\u00e4ftig, weil die mitgeteilten Me\u00dfwerte nur Durchschnittswerte sind und obendrein geringer sind als die Gangunterschiede der Uhrenpaare.<\/p>\n<p>Nach <strong>Galeczki \/ Marquardt<\/strong> 1997, S. 114-115, haben <strong>Hafele \/ Keating<\/strong> ihre Uhren w\u00e4hrend der Reise pers\u00f6nlich justiert und synchronisiert: ihre Daten sind deshalb v\u00f6llig wertlos und fallen unter die Kategorie des wishful thinking (nach Wesley 1983, S. 171-172).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>J. P. Wesley<\/strong> diskutiert den Zweck des Experiments: <strong>Hafele \/ Keating<\/strong> nahmen an, da\u00df die Geschwindigkeit der Reise eine Wirkung auf die Uhren hat im Sinne der behaupteten Zeitdilatation der SRT; die Autoren haben jedoch keine theoretische Rechtfertigung geliefert f\u00fcr die Annahme, da\u00df die relative Geschwindigkeit der Uhren in Bezug auf die Erdoberfl\u00e4che ihren Gang einmal verlangsamt und einmal beschleunigt.<\/p>\n<p>Unklar ist im \u00fcbrigen die Geltung jeglicher Ergebnisse eines Atomuhren-Transports um die Erde: die mehrt\u00e4gige Reise ist keine geradlinig-gleichf\u00f6rmige, sondern durch die Flugbahnkr\u00fcmmung st\u00e4ndig beschleunigte Bewegung, f\u00e4llt also nicht in das definierte Gebiet der SRT (wof\u00fcr das Ergebnis jedoch angeblich entscheidend sein soll!); die mehrt\u00e4gige Reise durch das ungleichm\u00e4\u00dfige Gravitationsfeld der Erde und durch das ungleichm\u00e4\u00dfige Magnetfeld der Erde k\u00f6nnte allenfalls in die Zust\u00e4ndigkeit der ART fallen, von der eine Interpretation in der kritischen Literatur nicht erw\u00e4hnt wird.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der von <strong>Hafele \/ Keating<\/strong> behauptete Unterschied in beiden Reiserichtungen kann in der SRT auch deshalb keine Erkl\u00e4rung finden, weil nach dem Relativit\u00e4tsprinzip die Richtungen der relativen Bewegungen keine Rolle spielen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn zwei \u00fcberzeugte Relativisten ein Experiment allein und unkontrolliert durchf\u00fchren k\u00f6nnen, so mu\u00df die offizielle Schul-Physik um das Ergebnis des Experiments eigentlich nicht bangen. Die Nicht-Bekanntgabe s\u00e4mtlicher relevanten Einzeldaten, die Zusammenfassung zu Durchschnittswerten von &#8222;Durchschnittsuhren&#8220; (wo, bitte sch\u00f6n, gibt es eine Durchschnittsuhr?) und vor allem das eigenh\u00e4ndige Weg-Justieren der Gangunterschiede der Uhrenpaare sollten daf\u00fcr sorgen, da\u00df der Relativistik nichts B\u00f6ses zust\u00f6\u00dft. Aber alle Vorsichtsma\u00dfnahmen haben nichts genutzt: <strong>Hafele \/ Keating<\/strong> haben immer noch zuviel erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Wenn man wei\u00df, wer <strong>Louis Essen<\/strong> war, dann liest man seinen Bericht geradezu mit Vergn\u00fcgen: er ist der &#8222;Vater&#8220; (oder einer der V\u00e4ter) der Atomuhr und durchschaut, was die Experimentatoren mit &#8222;seinen&#8220; Uhren angestellt haben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong><em><a title=\"J. C. Hafele, R. E. Keating\" href=\"http:\/\/www.jocelyne-lopez.de\/blog\/2008\/08\/august-2008-antwort-von-dr-peter-genath-personlicher-referenten-des-prasidenten-der-deutschen-physikalischen-gesellschaft-wegen-dem-experiment-hafelekeating\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">J. C. Hafele, R. E. Keating<\/span><\/a><\/em><\/strong><em>: Around-the-world atomic clocks : observed relativistic time gains. In: Science. 177. 1972, S. 166-168; 168-70. &#8211; <strong><a title=\"Essen, Louis\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=433\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Essen, Louis<\/span><\/a><\/strong><\/em><em>: Relativity and time signals : &#8222;The theory is so rigidly held that young scientists dare not openly express their doubts&#8220;. In: Wireless world. 84. 1978, October, S. 44-45. &#8211; <strong><a title=\"Wesley, James Paul\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=55\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Wesley, James Paul<\/span><\/a><\/strong>: Causal quantum theory. Blumberg, BR: Benjamin Wesley, 1983. <\/em><em>405 S. &#8211; <strong><a title=\"G. Galeczki, P. Marquardt\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=112\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">G.<\/span> <span style=\"color: #800000;\">Galeczki, P. Marquardt<\/span><\/a><\/strong>: Requiem f\u00fcr die Spezielle Relativit\u00e4t \/ Georg Galeczki, Peter Marquardt. Frankfurt a. M.: Haag u. Herchen, 1997. 271 S.<\/em><em> <\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(<strong>Zitatende<\/strong>, Hervorhebungen durch Fettdruck von Friebe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachstehend bringe ich einen Auszug aus Kapitel 2 (Fehler-Katalog), Seiten 72 bis 73 der Dokumentation von G. O. 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