{"id":1667,"date":"2009-04-06T13:05:38","date_gmt":"2009-04-06T12:05:38","guid":{"rendered":"http:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/?p=1667"},"modified":"2009-04-06T13:05:38","modified_gmt":"2009-04-06T12:05:38","slug":"wer-war-der-erste-kritiker-der-relativitatstheorie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ekkehard-friebe.de\/blog\/wer-war-der-erste-kritiker-der-relativitatstheorie\/","title":{"rendered":"Wer war der erste Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a title=\"Wer war der erste Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie?\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/KRITIKER.HTM\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Wer war der erste Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie?<br \/>\n<\/span><\/a><\/strong>(Ein Dialog mit ernstem Hintergrund, \u00fcberarbeitete Fassung)<br \/>\nvon <strong><a title=\"Ekkehard Friebe\" href=\"http:\/\/www.worldnpa.org\/php2\/index.php?tab0=Scientists&amp;tab1=Display&amp;id=494\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">Ekkehard Friebe<\/span><\/a><\/strong>\u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Quelle:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">FRIEBE, E. (1989): \u201eWer war der erste Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie?&#8220;,<br \/>\naus: \u201eDas Neue Zeitalter&#8220;, 1989, Heft 38\/39, S. 35 &#8211; 36 und S. 15 &#8211; 16\u00a0\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Zitat:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Wer war der erste Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie?<br \/>\n<\/strong>Ekkehard FRIEBE, M\u00fcnchen<br \/>\n(Ein Dialog mit ernstem Hintergrund)\u00a0\n<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ein Jurist (J) und ein Arzt (A), die vor vielen Jahren zusammen das Abitur mit <strong>\u201esumma cum laude&#8220; <\/strong>abgelegt hatten, trafen sich mit ergrauten Schl\u00e4fen wieder. Sie kamen ins Plaudern. Pl\u00f6tzlich sagte der Jurist:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Stell&#8216; Dir vor, vor einiger Zeit stie\u00df ich bei der Bearbeitung eines Rechtsfalles auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahre 1963 unter der eigenartigen Bezeichnung \u201eGeisterreigen&#8220; (BGH 1963). Es handelt sich dabei um einen Streitfall aus dem Presserecht. Ein Ingenieur namens KARL NOWAK aus Wien war im Jahre 1959 von der Zeitschrift \u201ePhysikalische Bl\u00e4tter&#8220; in einer Glosse mit der \u00dcberschrift: \u201eDer Geisterreigen&#8220; \u00f6ffentlich l\u00e4cherlich gemacht worden. Nowak hatte daraufhin den Abdruck einer von ihm verfa\u00dften Gegendarstellung in derselben Zeitschrift verlangt. Diese Gegendarstellung konnte er aber erst durch gerichtliche Klage bis in die h\u00f6chste Instanz (Bundesgerichtshof) durchsetzen. Im amtlichen Leitsatz zu dem Urteil des Bundesgerichtshofs hei\u00dft es (Zitat): <em>\u201eAuch gegen\u00fcber einer wissenschaftlichen Zeitung, die sich mit einem Au\u00dfenseiter ihres Fachgebietes auseinandersetzt, kann ein Anspruch auf Aufnahme einer Gegendarstellung gegeben sein.&#8220;<\/em>\u00a0\u00a0&#8211;\u00a0\u00a0F\u00fcr mich ist an diesem Fall interessant, da\u00df Nowak angeblich bereits im Jahre 1942 theoretisch bewiesen habe, da\u00df EINSTEIN&#8217;s Relativit\u00e4tstheorie unrichtig sei.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Ja, ja, man h\u00f6rt immer wieder von solchen psychisch kranken Wissenschaftlern, die Auffassungen vertreten, die einer strengen Pr\u00fcfung durch Fachprofessoren nicht standhalten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><!--more-->J: Nein! Gerade das ist ja das Eigenartige an diesem Fall. Es werden in dem Urteil \u201eGeisterreigen&#8220; (BGH 1963) sogar etablierte Professoren genannt, die mit diesem Kritiker weitgehend einer Meinung sind.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Merkw\u00fcrdig! Der Fall interessiert mich.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Die Sache hat eine lange Geschichte. Da nennt doch der NOWAK einen KARL SAPPER, Professor der Naturphilosophie in Graz. Nun gut, Philosophen sind weltferne Leute. Da br\u00e4uchte man an sich nichts darauf geben. Aber denk Dir, der Gute hat ein zweib\u00e4ndiges internationales Sammelwerk (SAPPER 1957, 1962) herausgegeben, in dem zahlreiche Fachleute aus dem In- und Ausland zu Worte kommen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Aber sicher alles Leute, die die Relativit\u00e4tstheorie nicht verstanden haben!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Das kann man eigentlich nicht sagen. Da erscheint z.B. ein Professor Dr. Stjepan MOHOROVICIC aus Zagreb, dessen Arbeit so ausf\u00fchrlich ist, da\u00df sie auf beide B\u00e4nde des Sammelwerkes anteilig aufgeteilt werden mu\u00dfte. Zum Beleg seiner Ausf\u00fchrungen zitiert MOHOROVICIC etwa 700 Literaturstellen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Solche Leute kenne ich. Die sammeln mit viel Flei\u00df die Meinungen anderer, ohne selbst \u00fcber das eigentliche Problem nachzudenken.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Ganz im Gegenteil! Prof. MOHOROVICIC hat zahlreiche eigene Abhandlungen geschrieben. Er tritt sogar schon in einem von H. ISRAEL u.a. herausgegebenen Buch: \u201eHundert Autoren gegen EINSTEIN&#8220; aus dem Jahre 1931 in Erscheinung (ISRAEL 1931).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Aber warum <strong>gegen<\/strong> EINSTEIN? Hat EINSTEIN <strong>allein<\/strong> die Relativit\u00e4tstheorie geschaffen?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Ja und nein. Aber doch wohl mehr NEIN. Denn die eigentlichen Urheber sind W. VOIGT, H. A. LORENTZ, J. LARMOR, H. POINCARE, H. MINKOWSKI und M. von LAUE. Im allgemeinen jedoch wird diese Theorie mit dem Namen ALBERT EINSTEIN verbunden (HUND 1980, FRIEBE 1985, FRIEBE 1988b).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Da gab es um das Jahr 1931 offenbar eine Vielzahl von Kritikern dieser Theorie. Aber heute ist doch alles experimentell mit h\u00f6chster Genauigkeit bewiesen!!!??? Es dr\u00e4ngt sich mir deshalb die Frage auf: <strong><em>\u201eWer war denn der ERSTE Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie?&#8220; <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Geduld, Geduld. Man mu\u00df die Geschichte so richtig langsam auf der Zunge zergehen lassen. Ich habe mich n\u00e4mlich inzwischen eingehend \u00fcber die historische Entwicklung informiert. Anfang und Mitte der Zwanziger Jahre dieses so ereignisreichen Jahrhunderts gab es ungez\u00e4hlte Kritiker, wie das oben genannte Buch von ISRAEL zeigt.\u00a0\u00a0&#8211;\u00a0\u00a0Aber die Kritik h\u00e4lt bis zum heutigen Tage an. Man kann sogar feststellen, da\u00df diese Kritik von Tag zu Tag besser begr\u00fcndet ist. So erschien in den letzten Jahren in der Zeitschrift \u201eraum &amp; zeit&#8220; (Ehlers-Verlag, M\u00fcnchen) eine ganze Reihe von Beitr\u00e4gen (vor allem: KRETZSCHMAR 1987, BARTH 1987, FRIEBE 1988a), die zusammen mit der darin zitierten Literatur einen hervorragenden \u00dcberblick \u00fcber das derzeitige kritische Schrifttum liefern. Denn aus der angef\u00fchrten Literatur lassen sich unschwer weitere Fundstellen entnehmen, die einen umfassenden R\u00fcckblick \u00fcber die Gesamtentwicklung bis hin zu den geschichtlichen Anf\u00e4ngen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Vor allem sind die Ver\u00f6ffentlichungen des Autors und Zeitschriften-Herausgebers GOTTHARD BARTH (BARTH 1954 &#8211; 1989) hervorzuheben, der sein ganzes Leben in den Dienst der Wahrheitsfindung gestellt hat. Mit seiner Zeitschrift: \u201eWissen im Werden&#8220;, die schon im \u201eGeisterreigen&#8220; (BGH 1963) erw\u00e4hnt wird und die bereits im 22. Jahrgang erscheint, hat er unerm\u00fcdlich auf Irrt\u00fcmer in der Physik hingewiesen und Autoren aus aller Welt zu Wort kommen lassen.\u00a0\u00a0&#8211;\u00a0\u00a0Besonders m\u00f6chte ich ferner hinweisen auf die B\u00fccher: KANTOR (1976), THEIMER (1977), GUT (1981), WICKERT (1984) und PAGELS (1985). Das Buch von WICKERT ist deshalb bedeutsam, weil es nahezu alle Ver\u00f6ffentlichungen von EINSTEIN in chronologischer Reihenfolge zitiert und da andererseits bis heute, d.h. bis zum Jahre 1989, also 34 Jahre nach EINSTEIN&#8217;s Tod, immer noch keine \u201eGesammelten Werke&#8220; von EINSTEIN&#8217;s Schriften zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Nun mach&#8216; es nicht so spannend! Meine Frage lautet klipp und klar: <strong><em>\u201eWer war der ERSTE Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie?&#8220;<\/em><\/strong> Diese Frage scheint mir besonders bedeutsam!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Lange Zeit schien es mir so, da\u00df Professor Dr. ERNST GEHRCKE der erste war. Denn er deckte schon im Jahre 1914 (GEHRCKE 1914) wesentliche M\u00e4ngel der Theorie auf. GEHRCKE wird auch schon im Buch von ISRAEL und im \u201eGeisterreigen&#8220; (BGH 1963) zitiert. Aber meine Recherchen zeigten, da\u00df schon einige Jahre vorher ein anderer Wissenschaftler die Relativit\u00e4tstheorie mit hervorragenden Argumenten in Zweifel zog: Der Schweizer Wissenschaftler WALTER RITZ (RITZ 1911), den MAX von LAUE in seinem Buch von 1952: \u201eDie Relativit\u00e4tstheorie&#8220; (LAUE 1952) eingehend aber verneinend bespricht. WALTER RITZ starb jedoch schon im Jahre 1909 im Alter von 31 Jahren, so da\u00df seine teils in Deutsch und teils in Franz\u00f6sisch verfa\u00dften Schriften kaum Beachtung fanden.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Einen Augenblick bitte! Du nanntest vorhin neben EINSTEIN und MAX von LAUE die Namen W. VOIGT, H. A. LORENTZ, J. LARMOR, H. POINCARE und H. MINKOWSKI. Was hat denn nun EINSTEIN zu der Relativit\u00e4tstheorie beigetragen?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Er vertrat mit seiner Arbeit von 1905: \u201eZur Elektrodynamik bewegter K\u00f6rper&#8220; (EINSTEIN 1905) als einer der ersten mit Nachdruck die Auffassung, da\u00df es keinen Licht\u00e4ther, also kein reales Medium zur Fortpflanzung von elektro-magnetischen Wellen, g\u00e4be.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Und setzte er sich mit dieser Auffassung in kurzer Zeit durch und brachte die vieldiskutierte wissenschaftliche Revolution in Gang?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Nein, keineswegs! Denn damals wie heute glaubten und glauben sehr viele Wissenschaftler an einen Licht\u00e4ther.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">A: Das \u00fcberrascht mich sehr. Denn ich war der Meinung, da\u00df ein schl\u00fcssiger Beweis gegen den Licht\u00e4ther schon lange existiere.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">J: Man umgeht heute geschickt diesen Begriff und nennt das \u201eAbsoluter Raum&#8220; oder \u201ePhysikalischer Raum&#8220; oder einfach nur \u201eRaum&#8220;. Diesem \u201eRaum&#8220; schreibt man nun alle diejenigen Eigenschaften zu, die fr\u00fcher dem Licht\u00e4ther zugeordnet wurden. In diesem Sinne ist der Licht\u00e4ther in der Tat nicht existent.\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(Zitatende) <\/strong><\/p>\n<p>Lesen Sie bitte <strong><a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.ekkehard-friebe.de\/KRITIKER.HTM\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #800000;\">hier<\/span><\/a><\/strong> weiter!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer war der erste Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie? (Ein Dialog mit ernstem Hintergrund, \u00fcberarbeitete Fassung) von Ekkehard Friebe\u00a0\u00a0 Quelle:\u00a0 FRIEBE, E. (1989): \u201eWer war der erste Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie?&#8220;, aus: \u201eDas Neue Zeitalter&#8220;, 1989, Heft 38\/39, S. 35 &#8211; 36 und S. 15 &#8211; 16\u00a0 Zitat:\u00a0 Wer war der erste Kritiker der Relativit\u00e4tstheorie? 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