Archiv für März 2011

08 – Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 8  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl. 

Kapitel 1: EINLEITUNG  (Fortsetzung), Zitat:

1.5 „Outsider“ und „Insider“  
Zwangsläufig ist es auf dem Gebiet der Mathematik, vor allem aber in der Philoso­phie schwieriger als in den vorwiegend experimentellen Wissenschaften, „Outsider“ von „Insidern“ zu unterscheiden. Viele Wissenschafter, vor allem jene, die grundlagentheo­retisch orientiert sind, übersteigen permanent die Grenzen ihres Fachgebietes; denn: Grundlagenforschung ohne Erkenntnistheorie ist nicht möglich. R. Riedl meint dazu: „Jeder theoretische Grundlagen­forscher, der etwas Neues geleistet hat, war zugleich immer auch Erkenntnistheoretiker. Er hat, wenn auch nicht systematisch, Erkenntnis­theorie betrieben; er hat grundsätzliche, erkenntnistheoretische Aussagen formulieren müssen.“ [Anmerkung 24: E. Oeser in R. Schlögl (1988): „Aussenseiter der Wissenschaft“, Radiokolleg]  

Wie steht es nun konkret um das Verhältnis zwischen „Outsidern“ und „Insidern“? Der Insider als Vertreter der „Normalwissenschaft“ ist ja dadurch zu charakterisieren, dass er seinem Fachgebiet treu und innerhalb der Grenzen dieses Gebietes bleibt.

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07 – Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 7  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl

Kapitel 1: EINLEITUNG  (Fortsetzung), Zitat:

1.4.3 Das Streben nach Universalität. Die Unfertige Idee

Auch Universalität kann Kennzeichen eines Aussenseiters sein: So war zum Beispiel Leonardo da Vinci in diesem Sinne sicherlich ein Aussenseiter. Ebenso wie Linne oder Leibniz, so konnte auch er das Wissen seiner Zeit im Grossen und Ganzen noch über­schauen. Ich werde später  –  im 4.Kapitel  –  noch auf die Frage zurückkommen, wieso das Streben nach Universalität, bzw. universelles Denken eine grosse Rolle für unser Thema spielt, bzw. markantes Kennzeichen vieler Aussenseiter der Naturwissenschaft ist.
An dieser Stelle möchte ich nur andeuten, dass die heuristisch so fruchtbare Methode der Herstellung von Analogien nur dann möglich ist, wenn das Denken fächerübergreifend ist. Wer sich also – überspitzt formuliert – ständig nur in den engen Grenzen seines Fachgebietes bewegt, kann nur schwerlich neue, revolutionäre Ideen entwickeln. Ein In­diz für diese Behauptung ist, dass heutzutage interdisziplinäres Denken mehr und mehr gefordert wird und sich als fruchtbar erwiesen hat. Leonardo da Vinci hat übrigens von sich gesagt, er sei ein Mann ohne Bildung. Er hatte zwar viele Ideen neuzeitlicher Wissenschaft vorweggenommen, sich selbst jedoch als Dilettant bezeichnet. Der Nachteil der Universalität ist: Man gelangt nur schwer „in die Tiefe“; ihr Vorteil jedoch ist der „freie Blick“.

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06 – Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 6  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl. 
Kapitel 1: EINLEITUNG  (Fortsetzung),  Zitat: 

1.4 Mögliche Kennzeichen von Aussenseitern

1.4.1 Die aussergewöhnliche Haltung mancher Aussenseiter der Wissenschafts- bzw. der Ideengeschichte gegenüber 

Ein Kennzeichen von Aussenseitern kann sein, dass sie (zumindest) einen Teil der Tradition der jeweiligen Wissenschaft ignorieren, also einen mehr oder weniger grossen Teil der wissenschaftlichen Evolution als Irrweg bezeichnen. Wie in den folgenden beiden Kapiteln auszuführen und an Hand der konkreten Fallstudien zu belegen sein wird, gehen solche Forscher ab einem bestimmten Punkt in der Wissenschaftsgeschichte ihren eigenen Weg. Es gibt für sie einen bestimmten (Zeit-)Punkt, ab dem sie jegliche Weiterentwicklung der Wissenschaft leugnen. Für Schauberger zum Beispiel beschreitet die Wissenschaft seit Kepler im Grossen und Ganzen einen Irrweg.
Viktor und Walter Schauberger beziehen sich mit ihren Theorien ausdrücklich auf Pythagoras und Kepler und beschritten seit Kepler sozusagen ihren eigenen wissen­schaftlichen Weg [Anmerkung 16: Vgl. Fallstudie im 3.Kapitel]. Auch die Vorstellung von Piazzi Smyth, die alten Ägypter hätten sozusagen echte wissenschaftliche Erkenntnisse im Sinne von wahrer Wissenschaft und im Sinne eines ausgearbeiteten System entwickelt und seine Überzeugung jegliche weitere Entwicklung seither, sei ein Irrweg gewesen, gehört hierher.

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05 – Dr. Reinhard Schlögl: „Aussenseiter der Naturwissenschaft“

Es folgt jetzt in dieser Fortsetzungsreihe der  Abschnitt 5  der Dissertation von Dr. Reinhard Schlögl.

Kapitel 1: EINLEITUNG  (Fortsetzung)

Zitat:

1.3  Versuch einer Begriffsklärung

Aussenseiter ist eine Person dann, wenn sie entweder von Anfang an „aussen“ steht, „von aussen“ kommt oder „nach aussen“ gedrängt wird; wobei „aussen“ „ausserhalb der Gemeinschaft“ bedeutet. Es wird sich zeigen, dass der Begriff „Aussenseiter der Wissenschaft“ äusserst vielschichtig ist: Zunächst lässt sich ein Einteilungsschema aufstellen, in dem Aussenseiter beurteilt werden nach: 

1.3.1      sozialer und beruflicher („ausserwissenschaftlicher“) Herkunft
Beispiele: Michael Faraday war ursprünglich Buchbinder und von niedriger sozialer Herkunft; Alfred Russell Wallace war ebenfalls von niedriger sozialer Herkunft und zunächst Vermessungsgehilfe.

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